Haiyan-Drohne fliegt durch Taifun Papian
Am 21. Juli um 2:45 Uhr durchbrach die Drohne „Haiyan“ vom Typ I auf dem nationalen UAV-Beobachtungs- und Teststützpunkt Boao in Hainan die Wolken und den Nebel und drang in den Kern des vierten Taifuns dieses Jahres, „Papian“, ein. Um 10:00 Uhr schloss sich ein Mensch-Maschine-System der Wetterwarte Hongkong der Beobachtungsformation an, um „Papian“ zu erfassen. Dies ist das erste Mal, dass die Chinesische Meteorologische Behörde und die Wetterwarte Hongkong gemeinsam Seetaifune mit mehreren Flugplattformen und in mehreren Messgebieten beobachtet haben. Dabei wurde die Feinstruktur des äußeren Wolkensystems von „Papian“ präzise erfasst und ein wichtiger Beitrag zur Prävention und Minderung meteorologischer Katastrophen geleistet.
Nach zweistündigem Flug kehrte die Drohne vom Typ „Haiyan I“ um 4:45 Uhr zum Meer zurück. Die dabei erfassten über 4.200 Datensätze wurden in Echtzeit an die meteorologische Big-Data-Cloud-Plattform „Tianqing“ übermittelt. Sie stehen außerdem dem Zentralen Meteorologischen Observatorium, dem Zentrum für numerische Erdsystemvorhersage der Chinesischen Meteorologischen Verwaltung, dem Institut für tropische und marine Meteorologie Guangzhou der Chinesischen Meteorologischen Verwaltung, dem Taifunforschungsinstitut Shanghai der Chinesischen Meteorologischen Verwaltung und weiteren Einrichtungen zur Verfügung.
Die Drohne vom Typ „Haiyan I“ setzte zum festgelegten Zeitpunkt und am festgelegten Ort präzise acht Sonden ab, um Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Luftdruck und weitere Daten in verschiedenen Höhen zu erfassen und die dreidimensionale Struktur des Taifuns „Pibian“ detaillierter zu beobachten. Gleichzeitig konnten erstmals eingesetzte Wolkenradargeräte, Temperatur- und Feuchtigkeitsprofiler sowie weitere Instrumente die Reflektivität, das Geschwindigkeitsspektrum, die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und weitere Informationen des Wolkenkörperechos erfassen, das den Taifunkörper beim Durchzug über „Pibian“ durchquerte. Diese Daten, die die Taifunstruktur und die Umgebung detailliert und präzise darstellen, ermöglichen es Meteorologen, die Verteilung und Struktur des Taifunwolkensystems in Echtzeit zu visualisieren und die Entwicklung des Taifuns zu verfolgen.
Um 7:15 Uhr wurde gleichzeitig an vier nationalen Höhenwetterstationen in Qingyuan, Heyuan, Shantou und Yangjiang in der Provinz Guangdong eine verschlüsselte Beobachtung mit der Beidou-Navigationssonde zur horizontalen Drift durchgeführt. Dabei wurden erfolgreich Profilbeobachtungsergebnisse für die atmosphärische Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung, Windgeschwindigkeit und andere Elemente in den drei Phasen „Aufsteigen, Nivellieren, Driften und Absinken“ gewonnen.
Um 10:00 Uhr führten die Hong Kong Observatory und der Government Flying Service in ihren jeweiligen Lufträumen eine Fallbeobachtung mit einer bemannten Fallsonde durch.
Befindet sich das Taifunzentrum weit entfernt von China, liefert der Wettersatellit Bilder der Taifunwolken und Fernerkundungsdaten zu deren dynamischer Struktur. Nähert sich ein Taifun, liefern Wetterradar, Windprofilradar und küstennahe Wetterstationen relevante Daten.
Das große unbemannte Höhenflugzeug kann mit einer abgeworfenen Sonde, Wolkenradar, Temperatur- und Feuchtigkeitsprofilern sowie weiteren Fernerkundungsgeräten ausgestattet werden, um Informationen über die Flugschicht und die dreidimensionale vertikale Struktur von Taifunen zu gewinnen. Zhao Peitao, Leiter des Basisbüros des Meteorologischen Detektionszentrums der Chinesischen Meteorologischen Verwaltung, erklärte, dass diese „direkten“ Beobachtungsdaten Meteorologen helfen, die Entwicklungstendenzen, Intensitätsänderungen und Strukturmerkmale von Taifunen zu analysieren und so die Genauigkeit der Vorhersagen von Taifunzugbahn, -intensität sowie Wind- und Niederschlagsmenge zu verbessern. Zusammen mit Wettersatelliten und Wetterradar bildet es ein umfassendes dreidimensionales Taifunüberwachungsnetzwerk.
„Die gemeinsame Beobachtung und der Datenaustausch ermöglichten uns eine umfassendere und realistischere Betrachtung des Taifuns“, erklärte Zhao Peitao. Bereits im Juni dieses Jahres planten die zuständigen Behörden beider Seiten diese gemeinsame Operation. Dadurch wurden die Einschränkungen einseitiger Beobachtungen aufgrund von Luftraumbeschränkungen überwunden, die eine flächendeckende Beobachtung in allen Quadranten verhinderten. So konnte der Mangel an großflächigen Beobachtungen tropischer Tiefdruckgebiete und sogar Taifunsysteme ausgeglichen und die Datenbasis für die Forschung und Analyse von Taifunwindfeldern und -energiefeldern weiter verbessert werden. „Die UAV-Beobachtungen lieferten detaillierte Informationen zur dynamischen und thermischen Struktur des tropischen Tiefdruckgebiets. Die Daten zeigten eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine hohe Instabilitätsenergie“, so der leitende Meteorologe der Provinz Guangdong.
Zur gleichen Zeit nutzt der Chefmeteorologe im Wetterkonferenzraum des Nationalen Meteorologischen Zentrums die Beobachtungsdaten und Produktanalysen, um die neuesten Entwicklungen des Taifuns "Papian" zu bewerten.
„Durch mobile Beobachtungen im Südchinesischen Meer lässt sich feststellen, dass die Windgeschwindigkeit in der unteren Troposphäre (1 bis 2 km Höhe) mit maximal 15 m/s relativ hoch ist.“ Das Nationale Meteorologische Zentrum prognostiziert, dass der Taifun mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 km/h in westnordwestlicher Richtung ziehen und zwischen Mitternacht und Dienstagmorgen zwischen Sanya und Qionghai in der Provinz Hainan auf Land treffen könnte.

